Schweiz
Abstimmungen 2026

Kantonale Abstimmungen am 8. März 2026: So haben die Kantone abgestummen

Kantonswappen haengen am Bundeshaus aus Anlass des Staatsbesuchs des Franzoesischen Praesidenten Francois Hollande, am Dienstag, 14. April 2015, in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)
In 13 Kantonen finden am Sonntag diverse Abstimmungen statt – hier ein Überblick.Bild: KEYSTONE

Weniger Mindestlohn, «Tempo-30» und Wahlen: So wurde in den Kantonen abgestimmt

Neben den beiden nationalen Abstimmungen fanden heute in 13 Kantonen auch kantonale Abstimmungen und Wahlen statt. Hier erfährst du, worum es in den Kantonen ging.
08.03.2026, 11:4008.03.2026, 19:55

Solothurn: Ausgezählt

Kapo Solothurn Stützpunkt Abstimmungen März 2026
Die Inbetriebnahme des neuen Stützpunktes ist für das Jahr 2031 geplant.Bild: ffbk.ch

Neubau für die Kantonspolizei

Der Stützpunkt der Kantonspolizei Solothurn in Oensingen sei der aktuellen Anforderung nicht mehr gewachsen und habe zu wenig Platz. Der Umbau des Stützpunktes wurde angenommen. Der Neubau des Kantons werde eine umfassende Lösung mit mehr Platz für die zusätzlichen 150 Mitarbeitenden bieten.

Keine Änderung des Sozialgesetzes

In der Schweiz müssen alle Menschen ab 20 Jahren einen Mindestbetrag in die AHV/IV bezahlen. In Härtefällen können diese Beträge erlassen und vom Kanton bezahlt werden. Die Änderung wurde abgelehnt. Somit werden die Beiträge weiterhin von der Einwohnergemeinde bezahlt.

Keine Weiterverrechnung der Verwaltungskosten

Zurzeit vollzieht der Kanton Solothurn im Namen der Einwohnergemeinde in einigen Fällen Alimentenhilfe. Einwohnerinnen und Einwohner erhalten diese als Vorschuss. Diese Änderung wurde abgelehnt und Sie werden weiterhin vom Kanton bezahlt.

Anhebung der Familienzulage

Die Anhebung der Familienzulage wurde angenommen. Mit der Annahme der Teilrevision wird die Familienzulagen auf 230 Franken pro Monat erhöht. Zudem wird die Ausbildungszulagen auf 268 Franken angehoben.

Luzern: Ausgezählt

Kantonsstrasse K 36 in Luzern
Die Kantonsstrasse wurde zuletzt 1956 ausgebaut.Bild: vif.lu

Ausbau der Kantonsstrasse K 36

Der Kantonsrat will die Strasse von Schüpfheim nach Flühli und Sörenberg ausbauen. Im Vordergrund stehen Sicherheitsbedenken. Die Bevölkerung des Kantons Luzern nimmt den Ausbau mit über 80 Prozent Ja-Stimmen an.

Aargau: Ausgezählt

Sozialhilfe statt IV: Nach dem Wegfall von IV-Renten landen immer mehr Menschen laut dem "SonntagsBlick" auf den Sozialämtern. (Symbolbild)
Im Aargau wurde um die Sozialhilfe diskutiert.Bild: KEYSTONE

«Blitzerabzocke stoppen»

Die Volksinitiative verlangt, dass Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachungsanlagen in Zukunft nur noch mit der Bewilligung des Regierungsrats betrieben werden dürfen. Die Initiative wurde von der Bevölkerung angenommen.

«Arbeit muss sich lohnen»

Die Volksinitiative «Arbeit muss sich lohnen» verlangte eine Anpassung der kantonalen Sozialhilfe. Der Grundbedarf sollte für Menschen, die über zwei Jahre ununterbrochen Sozialhilfe beziehen, um fünf Prozent gekürzt werden. Die Volksinitiative wurde abgelehnt.

Appenzell-Ausserrhoden: Ausgezählt

Nationalratspraesident Pierre-Andre Page, SVP-FR, rechts, gratuliert Nationalrat David Zuberbuehler, SVP-AR, links, bei seiner Verabschiedung aus dem Parlament, am letzten Tag der Wintersession der Ei ...
SVP-Nationalrat David Zuberbühler (links) tritt ab.Bild: keystone

Ersatzwahl Nationalrat

Der bisherige Nationalrat aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden, David Zuberbühler, ist aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Deshalb wurde am 8. März 2026 ein neuer Nationalrat gewählt. Edgar Bischof (SVP) hat die Wahl gewonnen.

Schaffhausen: Ausgezählt

öv schffhausen
Die Obergrenze der Mitfinanzierung des Kantons für den öffentlichen Verkehr liegt bei 4,5 Millionen Franken.Bild: vbsh.ch

Förderung des öffentlichen Verkehrs

Aktuell wird über 80 Prozent des öffentlichen Verkehrs im Kanton Schaffhausen durch die SBB erbracht. Mit der Änderung des Gesetzes wird sich der Kanton künftig mit mindestens 20 Prozent an den Kosten beteiligen.

Glarus: Ausgezählt

Gesamterneuerung des Regierungsrates

Der Glarner Regierungsrat besteht aus fünf Mitgliedern und bildet die oberste Exekutive des Kantons. Alle fünf bisherigen Regierungsmitglieder treten erneut an, sie wurden von drei weiteren Kandidatinnen und Kandidaten herausgefordert. Alle fünf Mitglieder, die bereits im Regierungsrat waren, wurden wiedergewählt.

St.Gallen: Ausgezählt

Wilwest Areal in Wil SG
Das Grundstück im Westen der Stadt Wil.Bild: sg.ch

Verkauf des Grundstücks WILWEST

Im Westen von Wil soll das neue Wirtschaftsgebiet WILWEST entstehen. Gleichzeitig sollen die Verkehrsprobleme mit einem neuen Autobahnanschluss verbessert werden, den der Bund aber nur baut, wenn das Projekt umgesetzt wird. Eine erste Abstimmung über die Finanzierung des Projektes wurde 2022 knapp abgelehnt. Danach wurde das Projekt überarbeitet und nachhaltiger gestaltet, zum Beispiel mit mehr Grünflächen und weniger versiegeltem Boden. Nun wurde dafür gestimmt, dass der Kanton St.Gallen die Grundstücke verkauft und zusätzliche Landwirtschaftsflächen ersetzt.

Neubau Berufszentrum Rapperswil-Jona

Heute besuchen rund 1200 Lernende das Berufs- und Weiterbildungszentrum Rapperswil-Jona. Die Schulgebäude sind jedoch alt, zu klein und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen, schreibt der Kanton. Darum plant er einen Neubau im Südquartier in der Nähe des Bahnhofs. Der Neubau wurde mit 80 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

Im neuen Gebäude sollen künftig rund 1600 Lernende unterrichtet werden. Es bietet moderne, flexible Räume und wird nachhaltig gebaut, zum Beispiel mit erneuerbarer Energie und Solaranlage. Der Neubau wird 91 Millionen Franken kosten.

Kantonsstrasse zum See

Zwischen St.Gallen und Rheineck gibt es auf der Autobahn A1 keinen Anschluss. Darum fährt viel Verkehr durch Goldach, Rorschach und Staad. Das führt täglich zu Stau, Lärm und einer hohen Belastung für die Bevölkerung, sagt der Kantonsrat. Mit einem neuen Autobahnanschluss Witen und der neuen Kantonsstrasse zum See soll der Verkehr besser gelenkt werden. Der Ausbau der Kantonsstrasse wurde angenommen.

So werden Wohnquartiere entlastet und die Region besser mit der Autobahn verbunden. Die beiden Projekte kosten den Kanton rund 267 Millionen Franken und werden über den Strassenfonds bezahlt.

Genf: Ausgezählt

SCHWEIZ UNIVERSITA DELLA SVIZZERA ITALIANA LUGANO
Students of the faculty of communication science attend the course "Social Psychology" in the "Palazzo Rosso" of the University of ...
Genfer Studenten sollen einen tieferen Mindestlohn erhalten.Bild: keystone

Anpassung des Mindestlohns für Studenten

Mit der Annahme des Mindestlohns im Kanton Genf 2020 verschwanden Ferienjobs vom Markt. Dies will der Kanton ändern und Löhne für Studentinnen und Studenten für maximal 60 Tage pro Jahr auf 75 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns senken. Durch die Annahme der Änderung werden Studenten künftig einen tieferen Mindestlohn erhalten.

Tessin: Ausgezählt

gipser Handwerker
Die Initiative verlangt eine bessere Kontrolle des Tessiner Arbeitsmarkts.Bild: shutterstock.com

«Respekt für die Rechte der Arbeitnehmenden»

Das Tessin stimmt über eine Volksinitiative gegen Lohndumping ab. Diese fordert eine bessere Kontrolle des Arbeitsmarkts und besseren Schutz der Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Volksinitiative wurde mit 56 Prozent abgelehnt.

Uri: Ausgezählt

ZUR EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNG VOM 21. MAI 2017 UEBER DAS ENERGIEGESETZ STELLEN WIR IHNEN ZUM THEMA SOLARENERGIE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG – Photovoltaikpaneele auf dem Dach eines Gebaeud ...
Durch die Teilrevision würde der Volksentscheid von 2023 umgesetzt.Bild: KEYSTONE

Teilrevision des Energiegesetzes

Im Jahr 2023 wurde im Kanton Uri das Energiegesetz angenommen, die Verordnung jedoch wegen der Solarpflicht ab 100 Quadratmetern zurückgewiesen. Die Teilrevision wurde angenommen und wird nun die Mindestgrenze in der Verordnung festlegen.

Abgangsentschädigung

Die Volksinitiative fordert die ersatzlose Abschaffung der Abgangsentschädigung für nicht wiedergewählte Politikerinnen und Politiker. Die Volksinitiative wurde vom Stimmvolk angenommen. Die einmalige Abgangsentschädigung betrug bis anhin sechs Monatsgehälter.

Thurgau: Ausgezählt

Ersatzwahl Bezirksgericht Arbon

Das Bezirksgericht Arbon sucht ein neues nebenamtliches Mitglied. Zur Wahl stellten sich Sabina Martin (Die Mitte) und Patrick Odermatt (parteilos). Gewonnen hat die Wahl der parteilose Patrick Odermatt.

Waadt: Ausgezählt

Staatsrat-Wahl

Die bisherige Staatsrätin Rebecca Ruiz ist aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt zurückgetreten. Nun wurde am 8. März 2026 ihr Ersatz gesucht. Es treten drei Personen an, darunter auch Roger Nordmann. Niemand schaffte die Wahl im ersten Wahlgang, deshalb wird ein zweiter nötig.

Basel-Landschaft: Ausgezählt

Der Tempo 30 an der Bernstrasse in Luzern anlaesslich einer Medienkonferenz der 7 Luzerner Quartiervereine Hochwacht, BaBel, Maihof, Guetsch,Hirschmatt-Neustadt, und Obergrund in welcher sie zu sofort ...
Gemeinden sollen im Baselbiet bei Tempo 30 mitreden können.Bild: keystone

Tempo-30-Initiative

Diese Gesetzesinitiative verlangt, dass auf Hauptstrassen im Kanton Basel-Landschaft Tempo 30 nur eingeführt werden darf, wenn die Bevölkerung der betroffenen Gemeinde zustimmt. Zudem sollen zuerst alle anderen möglichen Massnahmen geprüft und umgesetzt werden. Die Initianten wollen so mehr Mitsprache für die Bevölkerung.

Der Landrat unterbreitet einen Gegenvorschlag. Dabei müsste die Gemeindeversammlung oder das Parlament der Gemeinde einem Antrag zustimmen, bevor der Kanton Tempo 30 prüfen kann. Das Stimmvolk hat beide Vorlagen abgelehnt.

Prämienabzug für alle

Die Initiative verlangt, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons die Krankenkassenprämien für die Grundversicherung vollständig von den Steuern abziehen können. Damit sollen die steigenden Gesundheitskosten ausgeglichen und alle Steuerzahlenden entlastet werden.

Ein voller Abzug würde aber zu grossen Steuerausfällen führen: Der Kanton würde rund 90 Millionen Franken pro Jahr verlieren, die Gemeinden etwa 55 Millionen. Regierung und Mehrheit des Landrats lehnen die Initiative deshalb ab, auch weil sie die Ursachen der hohen Gesundheitskosten nicht löst. Als Gegenvorschlag sollen bestehende Steuerabzüge erhöht werden, was deutlich weniger kostet und trotzdem entlastet. Auch diese Vorlage wurde abgelehnt.

Solar-Initiative

Die Solar-Initiative will den Ausbau von Solarenergie im Kanton Basel-Landschaft schneller voranbringen. Dafür sollen neue Regeln ins Energiegesetz aufgenommen werden. Bei Neubauten, gewissen bestehenden Gebäuden und grossen offenen Parkplätzen sollen geeignete Flächen für Solaranlagen genutzt werden. Diese Vorlage wurde am Sonntag von der Bevölkerung abgelehnt.

«Transparenz- und Mitwirkungsinitiative»

Diese Initiative verlangt, dass das Kantonsgericht neue Gesetze schon vor ihrer Anwendung prüfen kann. Es soll kontrollieren, ob sie mit übergeordnetem Recht übereinstimmen, auch ohne konkreten Einzelfall. So sollen fehlerhafte Gesetze früh erkannt und aufgehoben werden können. Auch diese Vorlage wurde abgelehnt.

Kreislaufwirtschaft

Diese Verfassungsänderung will, dass Kanton und Gemeinden bessere Bedingungen für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen schaffen. So sollen Materialien wiederverwendet und Stoffkreisläufe geschlossen werden. Regierung und Mehrheit des Landrats unterstützen das. Gegner finden die heutigen Regeln ausreichend und befürchten mehr Vorschriften und Nachteile für die Wirtschaft, weshalb sie das Referendum ergriffen haben. Nur diese Vorlage wurde am Sonntag im Baselbiet angenommen.

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Alle in der Schweiz angenommenen Initiativen
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Alle in der Schweiz angenommenen Initiativen
Volksinitiative «für ein Verbot des Schlachtens ohne vorherige Betäubung»Komitee: Kantonale Tierschutzvereine von Bern und Aargau sowie AntisemitenAbgestimmt am: 20.08.1893Inkrafttreten am: 22.12.1893
quelle: shutterstock
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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Zach Rice
08.03.2026 11:56registriert Januar 2025
Arbeit muss sich lohnen. Wenn die Löhne zu tief sind, muss man halt das Existenzminimum tiefer festlegen.
Kapitalismus in a nutshell.
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Nuke Skywalker
08.03.2026 11:54registriert November 2024
Arbeit muss sich lohnen? Warum dann meine Initiative für mehr Lohn? Ah ne, das wäre nicht so einfach, wie auf den Ärmsten rumzutrampeln. Ganz kümmerliche, autoritäre Würstchen, wer solche Initiativen auf den Weg bringt. Shame!
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Pandas
08.03.2026 12:26registriert April 2019
Hat der Merz oder die CDU, die "Arbeit muss sich Lohnen" Initiative lanciert?
Hauptsach nach unten treten anstatt einen höheren Mindestloh zu fordern?
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Die Reforma­ti­on im Bergell
Das Bergell war lange die geografische und kulturelle Verbindung zwischen dem italienischen, rätoromanischen und germanischen Europa. Das durch Handelsrouten, eine traditionell lokale Selbstbestimmung und religiöse Aufbruchsstimmung geprägte Tal wurde im 16. Jahrhundert zu einem einzigartigen Zufluchtsort für italienische Protestanten.
Aufgrund seiner Lage zum Septimer-, Julier- und Splügenpass liegt das entlegene Bündner Tal an einem wichtigen Knotenpunkt zwischen Süd- und Mitteleuropa. Im Mittelalter füllten der Handel und lukrative Zölle auf den Strassen im und rund ums Bergell die Kassen des Bischofs von Chur, ebenso wie jene der lokalen Oberschicht: der Familien Salis, Torriani, Castelmur und Prevosti.
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